Das Imperium

Vryl

Sobald das Imperium von einem neuen Helden der Hüter erfuhr – dem mysteriösen Nox – erhielten alle Forschungszentren den dringlichen Auftrag, Verteidigungsmaßnahmen gegen diesen zu entwickeln.

Das Labor in Greedwald kam dem Erfolg näher als alle anderen. Lord Carlos lag nicht nur der Sieg des Imperiums, sondern auch der wissenschaftliche Fortschritt sehr am Herzen. Sogar während Kriegszeiten sparte er keine Kosten und Mühen, seine Forscher mit allem auszustatten, was sie benötigten. Melany Lipri, die sich in Wissenschaftskreisen einen Ruf für ihre Forschungen zu den Bestien und der Prime-Biologie gemacht hatte, wurde auserkoren, das Experiment zu leiten.
Während des Experiments wurden mehrere lebende Exemplare erschaffen. Von diesen wurde das Exemplar Nummer 13 als das gelungenste betrachtet. Es war eine Mischung aus Genmaterial des totoolianischen Skorpions und der nordidmarianischen Blutspinne. Die Kokons dieser Wesen stellten nicht nur eine Gefahr für Waldbewohner und kleinere Bestien dar, sondern auch für Reisende, die sich im Wald von Idmar verirrten. Ihr Gift, gemischt mit dem des Skorpions, würde eine verheerende Wirkung auf alles Lebende haben.

Die resultierende Züchtung kam den von den Hütern aufgezogenen Nox in ihrer Erscheinung und dem Können erstaunlich nah, also beschlossen die Forscher, sich voll und ganz auf dieses Exemplar zu konzentrieren. Es entwickelte eine besondere Panzerung, die nicht nur aus biologischen, sondern auch aus mechanischen Materialien bestand, um die Abwehrkraft und die Geschwindigkeit der Kreatur zu verbessern. Die Muskeln des Monsters waren in mehreren Schritten aufgebaut worden und sein Körper wurde ständig mit Prime gefüllt. Währenddessen überprüften die Forscher die Intelligenz des Wesens und versuchten, ihm einige grundlegende Befehle beizubringen. Die Kreatur schien nur langsam zu lernen, aber Lipri war sich sicher, dass Exemplar Nr. 13 (oder Gennadius, wie sie es in Anspielung auf einen historischen Kriegsherren im Scherz nannte) viel klüger war, als es den Anschein machte.

Und eines Tages bewies die Kreatur, dass sie damit richtig lag. Das Folgende geschah zu einem Zeitpunkt, als der Kreatur wieder gezielt Prime zugeführt wurde. Exemplar Nr. 13 befreite sich urplötzlich von seinen Ketten, riss ein Loch in eine Wand und verschwand in der Dunkelheit, nicht ohne vorher eine Prime-Lampe zerstört zu haben. In der Versuchskammer blieb nur ein verdorrter Kokon zurück, hinter dem sich ein Tunnel in den Wald von Idmar verbarg. Der Vorfall forderte keine Opfer ... fürs Erste. Lipri sah mit steinernem Gesicht zu, wie der Sicherungstrupp Alarm schlug.
Die erste Einheit, die die Bestie jagen sollte, wurde ohne Verzögerung losgeschickt. Ähnlich schnell wurden dann auch die Leichen der Mitglieder dieser Einheit gefunden. Bei der Untersuchung der Leichen, der durch Gift gestorbenen Soldaten kam Lipri ein zynischer Gedanke, der einer wahren Wissenschaftlerin würdig ist: „Eines steht immerhin fest – weit ist er nicht geflohen.“ Die zweite Truppe wurde von einem Helden angeführt. Nach dessen Wiederbelebung bat ein erfahrener Kriegsherr um Hilfe durch ein oder zwei andere Helden und warnte davor, dass die Jagd noch länger andauern könnte.

Mehrere Tage gingen ins Land. Gewöhnliche Sterbliche wurden schon gar nicht mehr auf die Jagd nach dem Monster geschickt, aber auch Truppen von Helden konnten keine Erfolge aufweisen. Der Kriegsherr war sich sicher, dass es möglich sein musste, das raffinierte Untier zu täuschen, und es lebendig zu dieser „nervigen Forscherin“ zurückzubringen. Derweil stellte der frei umherziehende Vryl nicht nur eine Gefahr für ihn jagende Helden dar, sondern auch für die Bewohner der umliegenden Gebiete.

In einem Anfall von Tapferkeit verließ Lipri selbst die Burg und begann sich von den Mauern derselbigen zu entfernen. Langsam schien es so, als müsste sie den Befehl geben, den wildgewordenen Vryl zu töten ... auch wenn sie dies nicht wollte.

Ein Zirpen riss Lipri aus ihren sorgenvollen Gedanken. Erschrocken drehte sie sich um – der entkommene Vryl stand nur wenige Schritte von ihr entfernt. Für einen Moment blieb Lipris Herz stehen. Bei ihren Untersuchungen hatte sie sich unbewusst zu weit in den Wald vorgewagt. Und nun, obwohl die äußeren Mauern der Burg über den Baumwipfeln noch zu sehen waren, befand sie sich zu weit entfernt, um Hilfe zu erwarten. Sie hatte keine Zweifel, dass sie zu Händen ihrer mächtigen und blutdürstigen Schöpfung sterben würde und ihr wurde klar, dass sich das kluge Wesen über ihre eigene Rolle in dem Experiment voll bewusst war. Er hatte sie wahrscheinlich schon vor langer Zeit als Ziel auserkoren. Oder, um genau zu sein, als Ziel für seinen tödlichen Stachel.

Aber Gennadius wollte seine Schöpferin gar nicht angreifen. Stattdessen legte er etwas auf dem Boden ab, näherte sich Lipri noch weiter und gab ein ungeduldiges Zirpen von sich. Lipri sah ein Stück Chitinpanzer mit metallischen Verstärkungen. Verwirrt blickte sie Gennadius an. Dieser beginn wild zu Zirpen, zog seine Hörner auf fast schon belustigende Weise ein und verdrehte seine Augen, als ob er tot sei. Dann zirpte er erneut und schob das Stück Chitin in Lipris Richtung.

Sie begann zu verstehen: „Oh, du bist ja gerissen! Du hast bemerkt, dass wir immer die gleichen Helden hinter dir hergeschickt haben, was bedeuten muss, dass wir sie wiederbeleben können! Du willst selbst über diese Fähigkeit verfügen! Du wirst aber unseren Befehlen gehorchen müssen, bist du dazu bereit? Wirst du mir deinen Katalysator überlassen?“ Das Monster gab nicht nur mehrere bejahende Laute von sich, sondern schwenkte wild seinen Schwanz hoch und runter, was sicherlich ein Nicken darstellen sollte.

Wie ein Lamm folgte er Lipri zurück ins Labor. Er war vollkommen zahm, befolgte Befehle ohne Widerspruch und bewies seine überlegene Intelligenz. Die erste Wiederbelebung Vryls als Held erfolgte unter Aufsicht eines dreifachen Sicherungstrupps, aber alles verlief ohne Probleme. Dank den Mächten eines Helden war Vryl nun mehr als in der Lage, es mit Nox aufzunehmen. Von noch größerer Bedeutung war allerdings, dass er – da er wiederbelebt werden konnte – jedem mit einem Katalysator gehorchen würde.

Schon bald verfügte das Imperium für den Krieg mit seinem südlichen Nachbarn über eine neue gefährliche Waffe: den rücksichtslosen, giftigen und flinken Vryl.

Talente

Explosives Mutagen

Wann immer der Held bei einem Gegner Schaden mit einem Klassentalent verursacht, verteilt sich das Gift explosionsartig und fügt anderen Gegnern in der Nähe des Ziels Schaden zu.

Wenn der Held einen Gegner in seinem Heimatland tötet, wird ein Teil seiner Gesundheit wiederhergestellt (basierend auf Stärke oder Intelligenz, je nachdem, welches höher ist).

Kluft

Der Held begibt sich unter eine bestimmte Stelle und schleudert dann Gegner über dieser durch die Luft, wobei er magischen Schaden verursacht. Nach Erlernen des Talentes Kokon erzeugt der Held für mehrere Sekunden einen Kokon mit einer bestimmten Menge an Gesundheit (basierend auf Stärke oder Intelligenz, je nachdem, welches höher ist). Bei erneuter Verwendung des Talentes Kluft wird der Held in den Kokon zurückversetzt, falls dieser nicht zerstört wurde.

Schutzplatten

Wenn der Held über mehrere Sekunden keinen Schaden erleidet, beginnt er eine Verteidigung aufzubauen, die einen bestimmten Prozentsatz an Schaden absorbiert (basierend auf der Stärke und nicht über einen bestimmten Wert hinaus). Wenn der Schutz durchbrochen werden sollte, erhält der Held einen Geschwindigkeitsbonus. Wenn das Talent Eiserne Präsenz gelernt wurde, erhalten die Platten eine weitere Fähigkeit: Bei Aktivierung verlangsamen sie Gegner in der Nähe.

Aggressiver Überfall

Die nächsten Angriffe des Helden landen je zwei Treffer und stehlen mit jedem Angriff Leben (basierend auf der Stärke). Nach Erlernen des Talents Unterdrückender Ansturm wird die Anzahl der Doppelangriffe erhöht. Jeder Angriff senkt den Willen des Ziels für ein paar Sekunden (basierend auf der Intelligenz). Die Willensreduzierung kann mehrmals miteinander kumuliert werden.

Wenn der Held sich in seinem Heimatland befindet, wird der Gesundheitsabzug beim Feind erhöht (basierend auf der Stärke).

Giftige Ausstrahlung

Der Held erhält die Fähigkeit, sich zu einem Ziel zu bewegen und diesem mit seinem Giftstachel eine große Menge an magischem Schaden zuzufügen, wobei Giftladungen verbraucht werden. Giftladungen werden mit der Zeit wieder hinzugewonnen. Insgesamt kann der Held über nicht mehr als drei Ladungen verfügen. Nach Erlernen des Talents Gifterneuerung wird das Ziel für mehrere Sekunden gelähmt und der Held erhält eine Giftladung für jeden Gegner, den er tötet, oder bei dessen Tötung er hilft (aber nie mehr als eine Ladung alle 30 Sekunden).

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