Das Imperium

Froster

„Mein Herr!“ Die tiefe besorgte Stimme des Woiwoden erfüllte die Gemächer. „Mein Herr. Was ist Ihre Entscheidung?“

Die Sitzung des Militärrates verlief in merkbarer Anspannunges schien, alle haben schon die Hoffnung verloren. Mehrere Clans haben das Schloss angegriffen, sodass jeder Widerstandsversuch blockiert war. Kleine Helferinnen der Feenkönigin ließen keine Möglichkeit zur Beobachtung, indem sie jeden anfielen, wer sich den Scharten näherte, und der sichere Pfeil des Waidmanns durchstach jeden, der sich aus dem Tor traute.

Alle waren verzweifelt. Alle, bis auf den weisen Lord. Er erhob sich von seinem Sitz und schritt zu einem mit Edelsteinen verzierten Schnitzschmuckkästchen. So ein Kästchen besaß jeder Lord: darin wurde einer der größten Schätze jedes Schlosses aufbewahrt – die Helden-Katalysten. Natürlich nur die, die reinpassten. Der Lord nahm aus dem Kästchen einen wunderschönen Kristall, der einem Prime-Kristall so ähnelte. Das blaue frostige Schmuckstück hing an einer Silberkette und strahlte Kälte aus.

„Es ist Zeit, die Seelen in ihren Körpern gefrieren zu lassen,“ sagte der Lord, während er tief in den Eis-Katalysten hineinschaute.

Im Zelt, in dem das Angreifer-Stabsquartier eingerichtet war, war die Besprechung des weiteren Verlaufs der Kriegskampagne voll im Gange. Ein Feuerball, der vom Hexenmeister aufrechterhalten wurde, erhellte und wärmte die Anwesenden. Die Kälte durchdrang alles und jeder sehnte sich danach, diesen Ort zu verlassen und nach Süden zu gehen, wo das Wetter war milder, wenn auch nicht so komfortabel, wie sonst. Die Chimäre versteckte sich in ihrem Kokon, die Feuerwölfe des Feuerbändigers kauerten aneinandergedrückt in der fernen Zeltecke und nur die Archonten des Dämonologen – die von ihrer Natur aus keine Kälte spürenstanden Wache.

Plötzlich durchwehte ein eisiger Wind das Lager. Zelte wurden umgeworfen, Lagerfeuer gingen aus, selbst der magische Feuerball, der über den Karten hing, schien kälter zu werden. Rüstungen wurden mit Reif überzogen, Wasser wurde von einer Eisschicht bedeckt.

„Die Tore gehen auf“ hörte man die Stimme des Spähers.

„Kampfbereitschaft“ hallte der Befehl durch das Lager.

Der Waidmann setzte einen Zauberpfeil auf die Sehne und bereitete sich auf den Angriff vor.

Gegen die Armee trat ein einziger Kämpfer hervor. Groß, stattlich, mit blauem Feuer in seinen Augen. Der, den Praia noch nie gesehen hat. Der Held bereitete sich auf den Kampf vor. Er fürchtete nichts.

Seine Arme auf der Brust verschränkt, hob er den Kopf und betrachtete die ihm gegenüberstehende Feinde.

Alles stand still: Menschen, Helden, selbst die Zeit war erstarrt in dem kurzen Moment der Ruhe vor dem Sturm, den keiner mehr aufhalten kann.

 

***

Nebel, der Praia vor einigen Monaten umhüllt hatte, brachte weitere Überraschungen. Kein Wunder, dass eine Gruppe Jäger, die im Idmarwald pirschten, statt des gewohnten Dickichts den Eingang in eine geheimnisvolle Höhle fanden. Damit hat diese Geschichte begonnen.

…Eisige Kälte und heulender Wind empfingen Menschen, die die geheimnisvolle Höhle betraten. Silberne und blaue Lichtflecken wanderten über die Wände und malten betörende Muster. Die mutigen Jäger beschlossen zu erkunden, was dieses Licht- und Schattenspiel hervorruft. Aber kaum sind sie zehn Schritte gelaufen, waren ihre Bärte mit Reif überzogen, die Hände wurden taub vor Kälte, und die Lungen schmerzten von der eisigen Luft. Die Menschen zogen sich zurück. Als sie die Höhle verlißen, sahen sie, dass sie nicht mehr allein waren. Landaier haben den Eingang zur Höhle dicht umzingelt und blickten grimmig auf die Fremdlinge, die zitternd und unpassend für die Jahreszeit bekleidet dastanden. Als sie aber gesehen hatten, dass die ungeladenen Gäste keine Gefahr bieten, senkten die Krieger ihre Waffen.

Später, als sie am Lagerfeuer heißen Tee genießten, schlugen die Jäger ein Gespräch mit dem Anführer der Landaier, einem grimmigen aber fairen Krieger. Er erzählte ihnen die Geschichte dieses Ortes und sagte, was die Dunkelheit tief in der Höhle birgt.

Die Legende besagt, dass eines Tages, am Tag seiner Volljährigkeit, der junge Sohn eines Lords in einen Kerker geriet. Die Augenzeugen dieser Geschehnisse ruhen längst unter der Erde. Man weiß nur, dass der Bursche zum Tode verurteilt wurde und selbst sein Vater konnte ihn nicht retten. Nur der treue Schildknappe des jungen Lords half ihm zu fliehen, wurde aber selbst bei dem Versuch, die Verfolgung aufzuhalten, getötet. Der Verrat seiner Verwandten und der Tod seines Freundes haben das Herz des Jungen verbittert. Er zog tief in Landaias Berge und gab sich der Aufgabe hin, seinen Körper und Magie zu perfektionieren, ohne Rücksicht auf Meinungen oder Aberglauben anderer. Um irgendwie zu überleben, beschützte der Flüchtling die Bevölkerung in der Umgebung vor Räubern und Bestien und bekam im Gegenzug Nahrung und andere notwendige Sachen. Die Landaier hatten Respekt vor dem Eremit, trotz seiner kalten und etwas hochmutigen Haltung, und hielten ihn für ihren Schutzherrn.

Eines Tages, nach dem Erscheinen des Nebels, tauchte eine bewaffnete Einheit eines unbekannten Clans in der Siedlung auf. Der ehemalige Lord stürmte zur Hilfe, doch war er zu spät. Kein einziger in der Siedlung hatte überlebt, bis auf die wenigen, die zu der Zeit auf Pirsch waren. Erneut konnte er seine Angehörigen nicht beschützen. Beim Anblick der Gefallenen und der Tränen der Überlebenden gefror sein Herz und sein Körper kleidete sich in Eis, alle Gefühle und Emotionen für immer gebannt. Seine Pflicht war es nun, den Tod der Bewohner zu Rächen. Der Eremit betrat den Nebel, verloch aber die Spur der Mörder. Von Rachsucht erfasst, fand er sich in einer unterirdischen Grotte, die von Prime erfüllt war. Mit eisiger Ruhe empfing er das Prime und durchlebte eine Transformation. Als er in seine Höhle zurückkehrte, erschuf er eisige Grabsteine für die gefallenen Landaier, indem er das Eis der Höhle zwischen den Stalagmiten umformte. Das Licht, das auf die Grabsteine fiel, brach und machte die Muster, die die Jäger gesehen hatten.

Seine Pflicht vor den Landaiern erfüllt, kehrte er in den Nebel zurück, Das Prime, das in seinem Blut tobte, verlangte nach Schlacht. In der Reihen der Lords von Praia erschien ein neuer Held, sein Name istFroster.

Eisige Natur
Während des Kampfes, absorbiert die eisige Haut des Helden einen Teil des Schadens.
Prime-Preis fürs Erlernen: 0

Frostrausch
Der Held bewegt sich schnell vorwärts und fügt jedem auf seinem Weg den Schaden zu.
Prime-Preis fürs Erlernen: 300
Machterhöhung: 60
Abklingzeit: 12 Sek.

Nadelring
Scharfe Nadeln wachsen rund um einen Feind und schließen ihn in ein eisiges Gefängnis.
Prime-Preis fürs Erlernen: 300
Machterhöhung: 90
Abklingzeit: 18 Sek.

Eisige Winde
Jede Verwendung der eisigen Talente stärkt den Nahkampfangriff des Helden.
Prime-Preis fürs Erlernen: 390
Machterhöhung: 60

Frostige Faust
Eine eisige Faust schlägt aus dem Boden und fügt jedem um ihn herum Schaden zu.
Prime-Preis fürs Erlernen: 5400
Machterhöhung: 84
Abklingzeit: 60 Sek.

 

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