Das Imperium

Tu`Rechu

- Du bist – Tu`Rehu. Von nun an ist dies dein neuer Name. Ein Dämon, welcher sich als einfacher Mensch ausgibt.

Die Stimme des Hohen Priesters war streng.

- Ich… Was ist mit mir passiert? – Er spürte eine furchtbare Schwäche und große Schmerzen  durch seinen ganzen Körper fließen und auch ein unerträgliches Gefühl der Schuld. Die Hauptsache war, dass er dies nun auch wusste, dass der Priester Recht hatte, vielleicht nicht über sein dämonisches Wesen aber über ihn im Allgemeinen – er war kein einfacher Mensch mehr. Oder sogar überhaupt kein Mensch mehr. Der junger Krieger erhob sich vom kalten Boden, setzte sich auf und schüttelte den Kopf. Er vermied es in die Richtung der Prime-Quelle zu schauen wo die Leichen seiner Kameraden lagen. 

- Ich sollte dir diese Frage stellen, nicht du. Was ist mir dir passiert? Welche Gedanken gingen durch deinen Kopf, während das Prime in dein Inneres blickte und sich mit dir vertraut machte? 

- Ich… – Tu`Rehu schüttelte wieder den Kopf, als ob er sich an etwas erinnern wollte oder nein, im Gegenteil, etwas vergessen wollte. – Ich habe sehr lange mit mir gekämpft. Wie genau sollte ich mich dem Prime vorstellen? Zuerst wollte ich mich wie Ha`Ka und Da`Ka unter den Prime-Fall stellen, aber im letzten Moment… – er schluckte – habe ich es nicht gewagt und versenkte nur meinen Arm.

Der Hohe Priester schwieg.   

- Ich…ich dachte, ich würde die Schmerzen nicht ertragen können. Also beschloss ich es so zu machen, wie mein Geist es mir vorgeschrieben hatte. Man sagt doch, jeder weiß über sich selbst am besten wozu er fähig ist. 

- Ja. Jeder weißt dies selbst. Doch jeder sollte auch in der Lage sein, seine innere Stimme über seine eigenen Ängste und Bedenken hinweg hören zu können. Dein Geist sagte dir, dass du zu einem Helden werden könntest. Doch im letzten Moment, hast du dein Gesicht von deinem Geist abgewandt und es in Richtung deiner Angst gerichtet.

Der Priester stand auf und seine Stimme wurde noch grober.

- Das Prime weiß ebenfalls, wozu du fähig bist. Mit der Kraft mit welcher du gerade gekämpft hast, bist du zu einem von jenen geworden, die wissen, wie man dem Tod entgeht. Du bist ein Held. Aber du hast deinen Weg mit dem Mord deiner Freunde begonnen. Nur auf Grund deiner Feigheit ist es dazu gekommen.

Tu`Rehu fing an zu stöhnen. 

- Wir verfluchen dich! Wir – dein Stamm – verfluchen und vertreiben dich. Kehre nie wieder zurück und vergiss, dass dieser Platz irgendwann mal dein Zuhause war. Wir – die Khr`Amin – verfluchen dich. Niemand wird dir Unterkunft gewären, weil du zu gefährlich bist. Auch das Prime hat dich für deine Feigheit verflucht, genauso wie du es selbst mit diesem Zeichen auf deinem Gesicht gemacht hast.

Doch da fing der untere Priester an zu sprechen:

- Das stimmt. Das Prime verfluchte ihn. Es hat ihn aber auch gesegnet! Es verlieh ihm eine fast unbegrenzte Stärke. Er ist ein Held, aber nicht so wie Ha`Ka und Da`Ka. Sein Arm hat nicht einfach nur ein Prime-Muster, er ist völlig aus Prime. Schau ihm in die Augen und du siehst sofort das Prime strömen. Der Handabdruck auf seinem Gesicht - das Prime hat ihn zwei Mal gezeichnet!

- Ja, du bist verflucht und gezeichnet. Man kann dein Leben nicht vorhersagen, doch du hast ohne Zweifel ein außerordentliches Schicksal. Nun verschwinde. Wir müssen uns um deine Freunde kümmern.

- Kann ich zumindest von ihnen Abschied nehmen und euch helfen?

- Dich verabschieden darfst du, aber deine Hilfe brauchen wir nicht. 

***

Tu`Rehu saß auf einem Stein, neben ihm lag ein Haufen ausgetrocknetes Holz, das er ab und zu ins Feuer warf. Die Flamme erleuchtete sein Gesicht – seine Lippen waren fest aufeinander gepresst, der Prime-Handabdruck glänzte auf seinem Gesicht, von seinem Arm ging das Muster auf den rechten Teil seines Oberkörpers über. Es waren viele Monate seit den letzten, furchtbaren Ereignissen in seinem Leben vergangen, aber er hatte das Gefühl, als seien es einige Jahre. Mit der Zeit hatte er fast den ganzen Khr`Ay Kontinent durchgewandert und sein Ruf war ihm vorraus gegangen. Die Khr`Amin respektieren ihn, aber gleichzeitig hatten sie auch Angst vor ihm…Angst, die von tiefer, verborgener Verachtung her rührte. Immer wenn er in die Siedlungen kam, wurde ihm Essen angeboten, aber nie wurde er eingeladen es an dem Lagerfeuer mit den anderen zu teilen. 

Von Prime verflucht und von Prime gezeichnet…

Beim Jagen, nicht so sehr aus Hunger, sondern um seine neue Kraft zu verstehen, hatte er mit der Zeit die Ironie des Primes verstanden: seine neuerhaltene Kraft war umso größer und furioser, je stärker die Schmerzen und je tiefer seine Wunden waren. Er hatte nun keine Angst mehr vor den Schmerzen, ganz im Gegenteil, er gierte jetzt nach Schmerzen, in jedem Kampf! Ja, man konnte sagen, dass er zu einem furchtlosen Krieger geworden war. Seine Kraft war wahrlich beeindruckend: der Arm aus Prime hinterließ in den Feinden noch tiefere wunden als sein beliebter Schlagring. Gewandt und schnell wie er war konnte er einen Löwen in weniger als ein paar Sekunden bezwingen. 

Doch wie lange konnte er noch Löwen in der Wüste jagen? Er war ein Krieger, kein Jäger. Er wollte sich Richtung Norden begeben, wenn er die Gewürzsee erreicht, würde er versuchen den Khr`Ay zu überqueren um dorthin zu kommen, wo er endlich seine Kraft freisetzen und seinen wahres Potential entdecken könnte. Dahin, wo niemand weiß, dass er verflucht war. Den Handabdruck konnte er nicht verstecken – aber er könnte die anderen denken lassen, dass er mit Prime gezeichnet worden war. Diesen Teil seiner Geschichte würde er wohl nicht verheimlichen können. 

Die Kohlen knisterten auf der Feuerstelle. Es roch nach Feuchtigkeit. Die salzige Luft war schon deutlich zu spüren, obwohl er noch bestimmt zwei Tage unterwegs sein würde, bis er das Meer erreichen würde. Tu`Rehu hob sein Kopf – und zwinkerte, damit seine Augen sich besser an die Dunkelheit gewöhnten. Etwas weiter vorne schwebte der Nebel. Es war etwas Besonderes in ihm– die Gerüche, welche der Nebel mit sich trug…Und noch ein seltsames Gefühl, dass er normalerweise nur vor dem Kampf verspürte…Vielleicht ist das dieser Nebel, über den die Gerüchte auch die Khr`Amin erreicht hatten? Man sagt dieser Nebel kann den Weg verzerren, so dass es einem vorkommen würde, als sei etwas sehr weit entferntes sich in greifbarer Nähe befinde und anders herum, was sich sehr nahe befindet, Meilen entfernt sei. Der Meeresweg würde noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Der Weg durch den Nebel – nur einige Schritte. Ja, er wusste, wo er am Ende rauskommen könnte, aber im Grunde genommen – interessierte ihn das nicht. 

Tu`Rehu umschloss fest das Medaillon, dass er von seinem getöteten Freund genommen hatte mit seiner Hand – ein Held muss ein Katalyst besitzen, um es seinem Lord bei der Anheuerung übergeben zu können. Er atmete tief ein und machte einen Schritt in den Nebel…

 

Fähigkeiten des Helden

Verdammter

Je näher Tu`Rehu dem Tod ist, desto schneller heilen sich seine Wunden. Für je 5% verlorener Gesundheit erreicht seine Regeneration ein übermenschliches Niveau!

Rasante Eroberung

Tu`Rehu opfert einen Teil seiner Gesundheit und stürmt auf seine Feinden zu, wobei er allem auf seinem Weg, Schaden zufügt. Im Kampf mit einem feindlichen Helden, wirft er ihn mit seiner Prime-Hand in die Luft und dann zu Boden um dann einen gnadenlosen Schlag nach dem anderen mit vernichtender Stärke auszuführen.

Vernichtungsschläge

Tu`Rehu verwundet sich selbst und verfällt in blutige Raserei, während der seine Angriffe mehr Schaden zufügen. Je stärker sich Tu`Rehu verletzt hat, desto stärker wird er.

Kampfesfuror

Je näher Tu`Rehu dem Tod ist, desto wütender kämpft er. Mit jedem verlorenen Bluttropfen, steigt die Geschwindigkeit mit welcher er seine Feinde schlägt.

Amoklauf

Der Held opfert einen bestimmten Teil seiner Gesundheit und wird während einer begrenzten Zeit unsterblich, indem seine Gesundheit nicht unter einen bestimmten minimalen Wert sinken kann.

 

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