Die Bewahrer

Nox

Die Wälder außerhalb Egizars liegen im Einflussbereich der Prime Zone und werden als zu gefährlich für lauschige Spaziergänge oder gewöhnliche Jagdausflüge betrachtet.

In diesem vorliegenden Fall handelte es sich allerdings nicht um eine gewöhnliche Jagd. Seit kurzer Zeit waren ungewöhnlich viele Bewohner der umliegenden Dörfer verschwunden. Bestien waren hier nichts Außergewöhnliches, es gab Orte, die als zu gefährlich galten, um sie je aufzusuchen und die Bevölkerung empfand es als normal, dass alle paar Monate ein Nachbar nie mehr aus dem Wald zurückkehrte. Aber innerhalb der letzten drei Wochen waren fast zwei Dutzend Personen im Wald verschwunden, und das war eindeutig zu viel! Ein lokaler Lord entsandte Truppen, die diese neue Bedrohung in den Wäldern der Prime Zone untersuchen sollten. Bei Tagesanbruch brachen drei Helden, gefolgt von einem halben Dutzend Bogenschützen, aus der Burg auf und zogen nach Norden in Richtung der Prime Zone, mitten hinein in die Tiefen des Waldes.

Zu Beginn gab es keinen Grund zur Sorge – sie fanden keine Anzeichen für eine unbekannte Bestie oder deren Opfer. Der zynische Naga begann schon, von „einfältigen Dörflern“ zu sprechen, die wahrscheinlich eine neue Sorte Rauschbeeren entdeckt hatten und irgendwo im Wald eine Feier abhielten. „Bald sssind sssie wieder nüchtern und kommen zzzurück.“ Kein wirklich erinnerungswürdiger Scherz, aber trotzdem kamen alle Mitglieder der Truppe zu der Überzeugung, dass ihre Aufgabe ein gutes Ende nehmen würde.

Am dritten Tag, aber begann der Ärger. Einige Bogenschützen, die zum Sammeln von Feuerholz ausgeschickt worden waren, kehrten nicht mehr zurück. Sie wurden schnell gefunden, aber niemand konnte sagen, was ihnen zugestoßen war. Das Feuerholz war über die ganze Lichtung verteilt, ihre Leichen waren von Gift deformiert und ihre toten Augen zeigten nur noch die Anzeichen großen Entsetzens. Schweigen legte sich über die Truppe.

Am nächsten Morgen war der Prinz der Diebe verschwunden. Er war zuletzt gesehen worden, als er die Nachtwache hielt – wahrscheinlich hatte der tapfere Held etwas gesehen oder gehört und war allein in den Wald aufgebrochen, um nachzusehen. Seine Begleiter fanden keinerlei Spur des Prinzen. „Er mussss bereitsss in der Burg sssein. Wiederbelebt und taufrisch nach etwasss Prime-Erneuerung“, grummelte Naga. „Er hätte ja wenigssstensss eine Nachricht dalassssen können, um unsss mitzzzuteilen, wasss er gesssehen hat.“ Niemand konnte sich dazu durchringen, darüber auch nur zu schmunzeln.

In atemloser Spannung erwarteten sie den nächsten Tag. „Es ist nur die Ruhe vor dem Sturm“, dachte sich der Unsterbliche, der den Einsatz leitete. Und sobald die Sonne aufging, brach der Sturm über sie herein. Die Truppen, die sich auf einem umgestürzten Baum ausruhten, sprangen auf, als der Boden unter ihnen zu beben begann. Im nächsten Augenblick stürzte eine Bestie mitten auf der Lichtung und schleuderte dabei Unmengen an Dreck in alle Richtungen. Einer der Bogenschützen rief mit vor Entsetzen kieksiger Stimme „Monstera“ aus. Schnell wie ein Blitz drehte das Untier sich in Richtung des Geräusches und zerschmetterte ihn mit seinem Schwanz. Dem armen Bogenschützen blieb nicht einmal Zeit zum Schreien, dies taten seine Kameraden nun jedoch. Denn direkt vor ihren Augen wurde er giftgrün und ... platzte, wobei seine Leiche die Soldaten in der Nähe mit Gift bespritzte. Derweil drehte sich die namenlose Bestie (die einer gewissen Monstera ähnelte, welcher die Hüter bei Angriffen auf gegnerische Außenposten einsetzten) zu den Helden herum und griff diese an.

Der Kampf war überaus heftig: Die Kreatur auf der Lichtung, schlug wild um sich, verschwand immer wieder unter der Erde und richtete furchtbare Wunden mit ihren Klauen an – sie schien schier unbesiegbar zu sein. Innerhalb weniger Minuten waren alle Bogenschützen tot und die beiden Helden versuchten, das Monster in Schach zu halten. Naga fiel als nächstes. Zu Boden gebracht von den kräftigen Schwanzschlägen der Bestie. Bevor er starb, zischte er noch: „Sssei stark!“ Und das war der Unsterbliche auch. Interessanterweise war es einer seiner ältesten Tricks, welcher ihm schließlich den Sieg brachte: Er ließ sich wie tot nieder fallen, nur um im entscheidenden Moment wieder aufzuspringen und die Bestie mit einem mächtigen Hieb zu töten.

Das Untier biss ins Gras. Der Auftrag war ausgeführt. Der Unsterbliche kam wieder auf die Beine, schüttelte seinen Kopf, um den Schwindel zu vertreiben und stolperte in den Wald, in der Hoffnung, eine kleinere Bestie zu finden, diese zu töten und somit seine Lebenskraft wiederzugewinnen. Er hatte Erfolg, wenn auch nicht ganz so, wie er es sich vorgestellt hatte. Nur ein paar Schritte von der Lichtung entfernt fand er ein Loch, in dem das Untier gehaust hatte. In diesem Loch lagen drei Eier. Es schien, als ob das Monster aus der Prime Zone hierhergekommen war, um Eier zu legen. Und es schien, als ob all die Opfer nicht umsonst gewesen waren. Die Hüter waren in der Lage, jede Sprache zu sprechen. Aus diesem Grund dienten ihnen Tiger, Flammenspucker (die einst für Dämonen gehalten wurden) und Monstera in der Schlacht.

Der Unsterbliche kehrte zur Burg zurück und berichtete dem Lord, von seinem Fund. Nachdem sie geschlüpft waren, standen die kleinen Nox im Zentrum der Aufmerksamkeit aller. Trotz ihres hochgradig aggressiven Wesens griffen sie ihre Betreuer nie an, wahrscheinlich hielten sie diese für ihre Eltern. Schnell zeigte sich, dass diese neuartigen Bestien Adornia als mächtige Waffe dienen konnten – die Nox waren gefährlich und giftig, dabei aber auch gerissen und gehorsam. Und ziemlich empfänglich für Prime. Dies sogar in einem Ausmaß, dass die Lords einen Tages beschlossen, sie mit all Prime Kraft zu verstärken und sie als eine neue Art Helden zu initiieren.

Dies klappte viel besser als erwartet, sodass sie sogar zu richtigen Helden wurden – in der Lage, wieder und wieder neu zum Leben erweckt zu werden, mächtig, gefährlich und – am wichtigsten – intelligent. Obwohl die Nox nicht wirklich sprechen konnten, waren sie doch in der Lage, die Befehle ihrer menschlichen Meister zu verstehen und sie blieben ihnen gegenüber stets loyal. Schon bald brachen neue Helden zur Grenze auf, um dort Furcht und Schrecken unter den Feinden Adornias zu verbreiten.

Talente

Explosives Mutagen

Wann immer der Held bei einem Gegner Schaden mit einem Klassentalent verursacht, verteilt sich das Gift explosionsartig und fügt anderen Gegnern in der Nähe des Ziels Schaden zu.

Wenn der Held einen Gegner in seinem Heimatland tötet, wird ein Teil seiner Gesundheit wiederhergestellt (basierend auf Stärke oder Intelligenz, je nachdem, welches höher ist).

Kluft

Der Held begibt sich unter eine bestimmte Stelle und schleudert dann Gegner über dieser durch die Luft, wobei er magischen Schaden verursacht. Nach Erlernen des Talentes Kokon erzeugt der Held für mehrere Sekunden einen Kokon mit einer bestimmten Menge an Gesundheit (basierend auf Stärke oder Intelligenz, je nachdem, welches höher ist). Bei erneuter Verwendung des Talentes Kluft wird der Held in den Kokon zurückversetzt, falls dieser nicht zerstört wurde.

Schutzplatten

Wenn der Held über mehrere Sekunden keinen Schaden erleidet, beginnt er eine Verteidigung aufzubauen, die einen bestimmten Prozentsatz an Schaden absorbiert (basierend auf der Stärke und nicht über einen bestimmten Wert hinaus). Wenn der Schutz durchbrochen werden sollte, erhält der Held einen Geschwindigkeitsbonus. Wenn das Talent Eiserne Präsenz gelernt wurde, erhalten die Platten eine weitere Fähigkeit: Bei Aktivierung verlangsamen sie Gegner in der Nähe.

Aggressiver Überfall

Die nächsten Angriffe des Helden landen je zwei Treffer und stehlen mit jedem Angriff Leben (basierend auf der Stärke). Nach Erlernen des Talents Unterdrückender Ansturm wird die Anzahl der Doppelangriffe erhöht. Jeder Angriff senkt den Willen des Ziels für ein paar Sekunden (basierend auf der Intelligenz). Die Willensreduzierung kann mehrmals miteinander kumuliert werden.

Wenn der Held sich in seinem Heimatland befindet, wird der Gesundheitsabzug beim Feind erhöht (basierend auf der Stärke).

Giftige Ausstrahlung

Der Held erhält die Fähigkeit, sich zu einem Ziel zu bewegen und diesem mit seinem Giftstachel eine große Menge an magischem Schaden zuzufügen, wobei Giftladungen verbraucht werden. Giftladungen werden mit der Zeit wieder hinzugewonnen. Insgesamt kann der Held über nicht mehr als drei Ladungen verfügen. Nach Erlernen des Talents Gifterneuerung wird das Ziel für mehrere Sekunden gelähmt und der Held erhält eine Giftladung für jeden Gegner, den er tötet, oder bei dessen Tötung er hilft (aber nie mehr als eine Ladung alle 30 Sekunden).

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