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Praia, dein neuer Held kommt!

20 August 2015

Ein Auftraggeber und ein Auftragnehmer

Der Vollmond versteckte sich kokett in dünnen Wolken. Der junge Mann lächelte zufrieden und verbeugte sich vor der Herrin der Nacht. Ein Mondlichtstrahl streichelte sein Haar, glitt über den reichen scharlachroten Mantel zur schlanken Gestalt eines Mädchens, das unter einer großen Eiche schlief. Schlief sie eigentlich wirklich?..

„Über den Wolken…“ sang der Mann leise, als er das bewusstlose Mädchen in ein großes Stück teurer adornischer Seide einwickelte. „Ich werde an dich denken!“

Er fuhr mit seiner Hand über die ungewöhnlichen schwarzen Flügel des Mädchens, die um sie auf dem feuchten Gras ausgebreitet waren. Das Messer glänzte kurz auf, als es zwei Federn von Flügel zu Trophäe umwandelte. Nun werden sie die Weste des Mannes schmücken – denn was ist ein Jäger ohne Trophäen?

Mit seiner Beute sicher auf seiner Schulter, machte sich der Mann munteren Schrittes auf den Weg zum unweit sichtbaren Schloss. Ein Spaziergang im Mondschein – was kann schöner sein! Vor allem in Gesellschaft eines hübschen Mädchens. Schade, dass sie bewusstlos sein muss.

Eine unerwartete Entwicklung

„ Auftraggeber. Sie sind alle gleich: die gleiche große Kapuze und weiter Mantel, die alle Merkmale verdecken. Was verständlich ist – wer will denn schon, dass irgendein Auftragnehmer sie erkennt und ihre nächtlichen Machenschaften nach außen trägt. Aber das ist so ermüdend…“ – diese Gedanken beschäftigten den Mondliebling, während seine flinken Finger die Goldmünzen zählten. Die Belohnung war unverschämt groß – aber er hat das Vögelchen auf über den ganzen Kontinent gejagt.

Die letzte Goldmünze begrüßte klirrend ihre Schwestern im Geldbeutel. Der nach wie vor anonyme Auftraggeber hob das in Seide eingewickelte Mädchen und nickte dem Auftragnehmer zu.

„Deine Arbeit ist getan.“ Der Auftraggeber drehte sich zur Tür. „Nun stirb.“

Von allen Seiten stürmten Wachen in den Saal. Der rote Mantel malte einen bunten Strich zum Fenster, doch er war nicht schnell genug – die Wachen umzingelten den Mann professionell.

„Toller Plan, mein Herr!“ der Rücken des Auftraggebers zuckte, als der Mann ihn ansprach. „Nun aber bin ich böse!“ Der Mann lächelte garstig und kreuzte seine Arme an der Brust. Als er sie einen Moment später auseinandernahm, hielt er eine Pistole in jeder Hand.

Das Geräusch der schließenden Tür informierte alle Anwesenden, dass der Lord den Saal verlassen hat. Die Wachen atmeten erleichtert auf – nun mussten sie nicht mehr auf Blindgänger achten, – während der Mann unzufrieden die Stirn runzelte. Der Lord war sein Ziel – er hat ihn beleidigt, indem er gegen den Codex verstoßen hat. Naja, er wird später für ihn zurückkommen.

Nach 30 Sekunden von aufblitzenden Schüssen blieb kein Wachmann im Raum am Leben. Der Mann schüttelte den Kopf und sagte schelmisch „So macht das aber kein‘ Spaß! Ihr wart so viele – aber so schnell alle. Ich habe mich gerade warmgespielt!“

Er trat zur Wand, zündete eine Fackel an und wischte mit einem weichen Tuch seine Pistolen ab. Sie waren sein Stolz – massive Läufe, meisterhaft verziert mit Ornamenten, leuchteten hell selbst im Fackellicht.

Mysteriöse Maske

Er war schon auf dem Weg aus dem Schloss, als eine Maskenkollektion seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Gold, Silber, Inkrustationen von Edelsteinen und Prime-Kristallen – die Vielfalt der Masken war atemberaubend. Aber eine Maske zog ihn besonders an…
Schlicht im Vergleich zu anderen… scheinbar aus Holz, mit aufwendigem Flammenmuster und einem grimmigen Lächeln. Die Maske weckte eine Art von Erinnerung oder Emotion in ihm. Ohne langes Überlegen nahm er die Maske von der Wand.

„Nicht schlecht,“ er platzierte sie gegen seinen Mantel, „hübsch, ungewöhnlich, charakterreich. Und passt zu den Pistolen!“

Eine einfache Melodie pfeifend legte er die Maske halb im Scherz auf sein Gesicht…

Ein heller Blitz erleuchtete den Saal.