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Ein neuer Held ist auf dem Weg nach Praia!

30 Oktober 2015

Sie waren zu fünft. Fünf Jünglinge gingen zu der Quelle, um sich mit dem Prime vertraut zu machen. Den Legenden zufolge, konnte man nur nach diesem Ritual zu einem vollwertigen Mitglied der Gemeinschaft werden. Solange man keine Zeichen hatte, war man ein Kind und wurde von den anderen als Kind betrachtet, auch wenn man bereits größer als die Ältesten gewachsen war. Das Muster, welches das Prime auf der Haut hinterlässt, bedeutet, dass man ein Erwachsener, ein Mann, ein Krieger ist.

Das Muster ... Er war die ganze Nacht wach und versuchte seinen ganzen Mut zu sammeln, um morgen das Ritual erfüllen zu können. Bei dem Initiationsritual wählt jeder selbst, wie groß die Fläche seines Körpers sein soll, welche man in die Quelle dem puren Prime aussetzt. Der Schmerz ist kaum auszuhalten – genau durch diesen absoluten Schmerz, während das weiße Licht für ein paar Augenblicke den Verstand blockiert, macht man sich mit dem Prime vertraut.  Es brennt sich in die Seele rein und hinterlässt das Muster auf dem Körper. Je größer die durch Prime gebrandete Fläche, desto stärker waren natürlich auch die Schmerzen - aber die Achtung des Stammes stieg dadurch ebenfalls. Normalerweise senkten die Khr`Amin eine Hand oder einen Fuß in das Prime, die tapfersten Arm oder Bein bis zum Ellbogen bzw. Knie. Priester wuschen sich mit dem Prime ihr Gesicht. Krieger, die wussten, wie man dem Tod entgeht - Ha'Ka und Da'ka - standen mit erhobenem Haupt unter dem Prime-Fall, sodass er die Hälfte ihres Körpers bedeckte, vom Kopf bis zu der Ferse. Den meisten, die es gewagt hatten dies zu machen, ist es gelungen zu überleben. Aber manche, die ihre Kräfte überschätzt haben, kehrten für immer zurück in den Sand. Wie groß sind seine Kräfte tatsächlich?...

***

Der Priester sprach in einem Singsang und seine Worte hallten über die Prime-Quelle. Der Jüngling versuchte, sich auf die Rede des Priesters zu konzentrieren – schließlich er wird doch gerade den Göttern vorgestellt – der wichtigste Moment im Leben eines jeden Khr'Amin! Doch seine Aufmerksamkeit kehrte immer wieder zu gleichen Gedanken zurück. “Ja. Ich schaffe das. Ich kann das. Ich kann zu einem Krieger werden, der den Tod betrügt”.

Schließlich beendete der Priester seine Rede. Nun mussten die Jünglinge das Prime begrüßen.

Er beruhigte seinen Atem in Vorbereitung auf den Kriegstanz. Schritt, Schritt – Ausfall. Schritt, Schritt – erschreckendes Gebrüll und eine Umdrehung. Schritt, Schritt – Ausfall und Stoß. Er versank völlig im Tanz - ein echter Kriegstanz wird weniger mit dem Körper durchgeführt – und mehr mit dem Geist. In Geschichten heißt es, dass manchmal nach so einem Tanz ein Kampf gar nicht mehr nötig war – der verängstigte Feind legte seine Waffen nieder und ergab sich dem Sieger. Der Jüngling beendete den Tanz mit einem Schrei, und erfreute sich an dem Gefühl der Selbstsicherheit, welches er im Tanz verspürt hatte. Der Kriegstanz ist schön! Er erschreckt die Feinde, kann einen aber auch ermuntern. Ha'Ka und Da'Ka und benutzen sogar einige seiner Elemente in ihren Kampftechniken ... Ja, er kann so wie die beiden sein, genauso wie sie! Bestimmt.

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Und dann, endlich, kam der Hauptakt des Rituals. Er war der vierte in der Reihe und beobachtete, wie seine Kameraden sich dem Prime vorstellten. Den zusammengebissenen Lippen und Tränen in den den Augen von Kauri nach zu urteilen, war der Schmerz wirklich kein Witz - und er hatte nur seinen Arm bis zum Ellbogen im Prime versunken... Was war, wenn er sich doch geirrt hatte bei seiner eigenen Kraft und seinem Schicksal? Was, wenn die Fähigkeit, auf beiden Seiten des Todes zu wandeln, doch nicht für ihr war – und er, nachdem er die Hälfte seines Körpers unter den Prime-Fall stellte, vor Schmerzen sterben würde? Es war schon anderen so ergangen...

Er schwebte in seinen Gedanken, als er plötzlich an der Reihe war, zur Quelle zu gehen. Er blickte auf die Grimasse von Kauri. Auf Tami, der sein Bein rieb. Auf Ameru, welcher in der Regel immer lebensfroh war, doch dessen Gesicht gerade schmerzverzerrt war.

Er hatte niemandem gesagt, wie er sich dem Prime vorstellen wollte, also würde auch niemand ihn für einen Feigling halten. Trotzdem wollte er seine besondere Geisteskraft und sein besonderes Schicksal zum Ausdruck bringen. Und als er sich der Quelle näherte, versank er seinen ganzen rechten Arm – nicht bis zum Ellenbogen, aber bist zu dem Schulter – in dem Prime...

Er fühlte keine Schmerzen. Zuerst nicht. Später auch nicht. Doch spürte er etwas anderes. Sein Arm pulsierte und schien mit jedem Impuls etwas länger zu werden. Er hatte das Gefühl, als ob es sein Arm war, aber gleichzeitig etwas Fremdes. Und…als ob etwas… heraus wollte… Seine Augen verdrehten sich...

- Hey, alles in Ordnung? – flüsterte Ameru und klopfte ihm auf die Schulter.

Dieser freundliche Schlag auf seine Schulter schaltete ihn aus. Doch schaltete etwas anderes an.

***

Erschüttert sahen die Priester zu, wie der junge Mann, welcher seinen Arm im Prime versenkt hatte, sich plötzlich seinem Freund zuwandte, ihn in die Luft hob und dann mit Gewalt wegschleuderte. Dann drehte er sich, einem Wirbelwind gleich, zu den anderen um, schlug sie mit der einen Hand, hob sie hoch und warf sie auf den Boden. Sein Arm war nicht mit dem Muster bedeckt – stattdessen hat der ganze Arm die Farbe von Prime angenommen. Der Krieger war wie blutunterlaufen: selbst die Luft um ihn herum war erfüllt von einem rötlichen Glühen - er tobte auf der ganzen Lichtung als sei er ein Dämon des Todes.


Plötzlich war alles vorbei. Der Krieger sah sich um und starrte auf die beiden Priester, die ein wenig weiter von ihm entfernt standen. Er sprang auf sie zu, doch in diesem Moment endete Hohe Priester einen alten Zauberspruch, welcher Dämonen und wilde Tiere beruhigen kann und Verstand kehrte nach und nach in den Blick des jungen Kriegers. Er drehte sich langsam um und starrte auf die Leichen seiner Kameraden, welche überall um ihn herum lagen. Er stöhnte, fasste sich mit seiner Hand – der Hand aus Prime – in sein Gesicht und verlor das Bewusstsein...

 

Wettbewerb!

Noch ein Khr'Amin ist auf dem Weg nach Praia! Der Vertreter des Volkes, deren Länder schon sehr lange als bei der Ersten Katastrophe verschwunden galt. Krieger einer anderer Kultur und von anderem Glauben, gebürtig aus Khr'Ay, wird bald den Lords von Praia seinen Dienst erweisen!

Während er unterwegs ist, laden wir euch ein, an einem Wettbewerb teilzunehmen! Eure Aufgabe lautet, den Namen des neuen Helden zu erraten. Bietet eure Vorschläge in den Kommentaren zu dieser Nachricht dar!

Am Ende geben wir euch einen kleinen dichterischen Hinweis, der auf die mythologischen.

Ursprünge des neuen Held hinweist:

Ich webe dir ein Netz
Das ist kein Betrug
Aus dem Nebel erschienen
Kehren wir in den Nebel zurück

Das Wettbewerb läuft bis 1. November 21.59 Uhr MEZ. 10 Spieler (weltweit), deren Vermutungen am ehesten der Wahrheit entsprechen, bekommen unseren neuen Helden am Tag seiner Veröffentlichung.

Auf zu neuen Siegen!