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Schwarze Hexenmeisterin. Ihre Schönheit ist tödlich!

12 November 2015

Ein Weg ohne Anfang und Ende…Der Weg liegt unter den Hufen eines Pferdes, schmiegt sich an die Stiefelsohlen von jeden der ihn begeht und hinter jeder Kurve hält er eine neue Prüfung bereit. Der Weg wählt dich, nicht du den Weg. Sie spürt die Last der Müdigkeit auf ihren Schultern, der Obsidianstern, welcher früher ihren Hals zierte, schien jetzt vom Firmament. Sie setzt vom Pferd ab, gibt die Zügel dem ersten vorbeilaufenden Jungen und lehnt sich gleich an die Pforte. Aber nicht die Müdigkeit, nicht der Staub eines Landweges könnten ihre unglaubliche Schönheit verdecken, oder sie davon abhalten ihren Weg fortzusetzen. Sie wusste es genau - irgendwo wartet jemand auf sie. Sie kann einfach nicht aufgeben.  

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Diese wunderbare Frau, die man Schwarze Hexenmeisterin nannte, konnte sich an das Geschehen ihrer Vergangenheit nicht sehr deutlich erinnern. Nur eine unklare, aufdringliche Erinnerung kommt ihr ständig in den Kopf: Sie öffnete die Augen und versuchte sich zu erheben, aber der Boden unter ihren Füßen schwankte, sodass sie immer wieder das Gleichgewicht verlor und nicht aufstehen konnte. Nur unter Schwierigkeiten hatte sie es geschafft, sich aufzusetzen. Später wurde ihr bewusst, dass sie in einem Boot saß, das unweit des Ufers auf den Wellen driftete.

Das Boot, sowie das Ufer waren ihr unbekannt. Sie hatte aber das Gefühl, als ob etwas Wichtiges passiert sei. Die Frage war: Was? Wie sehr sie sich gewünscht hätte, sie könnte sich an ihre Vergangenheit erinnern.

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Schon seit einer Woche saß sie in einem kleinen Dorf ganz am Rande der Prime-Zone. Wenn sich der Nebel über das Land legte, verwischten die Dorfgrenzen und die meisten kleineren Siedlungen lagen dann gerade noch auf dem Territorium der Prime-Zone. Dies konnte nur eins bedeuten – die Einwohner waren ständig gezwungen Bestien-Angriffe abzuwenden. Kein Wunder, in so düstereren Zeiten…Die Intuition sagte ihr, es würde etwas wichtiges passieren.


Die Frau trank ihren Tee aus, wickelte sich in den Mantel ein und beeilte sich den Feldherrn zu treffen. Für heute hatte man geplant die nächste Welle der Bestien niederzuschlagen und der Hexenmeisterin wurde dabei eine wichtige Rolle zugeteilt. Sie hatte die in den letzten Wochen beobachtet wie ansässige Garnison der Siedlung deutlich dünner geworden war. Viele waren verletzt, fast alle so stark erschöpft, dass sie kaum noch stehen konnten. Sie werden nicht lange durchhalten. Wenn die Verstärkung nur schneller gekommen wäre…

Eine Stunde vor Einbruch der Dunkelheit blitzte die Waldgrenze türkisfarben auf und die Bestien begannen ihre Deckung zu verlassen. Diesmal gab es wesentlich mehr Monster, als die Hexenmeisterin sich hätte vorstellen können. Aber es blieb keine Zeit für lange Überlegungen – Ausbrüche der Flamme, undurchlässige Barriere – dies alles war nötig, um einen Durchbruch der Bestien zu verhindern. Die Reihen der Verteidiger wurden dünner und dünner. Sie balancierte auf der Wand und versuchte nicht runterzufallen – sie hatte zu viel Kraft verloren, doch hörte sie nicht auf die Feuerkugeln zu werfen. Sie wich nie zurück.

Aus den Augenwinkeln sah sie plötzlich Reiter unter der Führung eines Mannes und einer jungen Frau. Sogleich packte sie die Angst. Eine sehr unklare Erinnerung über die schrecklichen Reiter aus ihrer Vergangenheit hatte von ihr Besitz ergriffen. Sie versuchte ihre Schutzbarriere auf das ganze Dorf auszudehnen, aber die Verausgabung ihrer eigenen Kräfte ist tödlich! Die Dunkelheit umhüllte sie, sang sie in den Schlaf und schaukelte sie in die weichen Hände der Bewusstlosigkeit.

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Sie kam nur kurzweilig zu Bewusstsein. Sie hörte, wie bekannte und verwandte Stimmen sie riefen. Sie spürte die brennenden Schmerzen, aber sogar diese konnten sie nicht wieder zu völligem Bewusstsein bringen. Der Obsidianstern am Himmel begann zu erlöschen.

Der Mann blieb die ganze Zeit an ihrem Bett, wo sie im Fieber phantasiert hatte und ihn bat  bei ihr zu bleiben und nie wieder zu fliehen…

Nach zwei Tagen kam sie wieder zu sich. Das erste was sie sah, als sie ihre Augen aufmachte war das müde Gesicht eine Mannes, das sich gleich in ein lächelndes verwandelte, als er sah, dass sie endlich zurück war.

,,Du bist wieder da…”, der Mann wandte sich in der Richtung der Tür, - ”Gerfalke!”

Kurz darauf kam eine junge, weißhaarige Frau ins Zimmer.

Die Hexenmeisterin sah sie an und ihr wurde klar, dass sie Teil der berittenen Verstärkung für das Dorf gewesen war und nicht für die Reihen der Feinde. Sie lächelte und fiel gleich wieder in den heilenden Schlaf. Jetzt wird bestimmt alles gut.

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Im Schloss wurde zu Ehren der Helden, welche den Bestien-Angriff abgewendet hatten, ein Festessen und ein Tanz veranstaltet. Die Hexenmeisterin lehnte sich gegen eine kühle Glasscheibe und lächelte. Ihr Weg war zu Ende, sie hatte ihr Ziel erreicht. Als sie die Treppe hinunterging, lächelte sie. Im Saal wartete derjenige auf sie, der es wert gewesen war, diesen langen Weg zu gehen.

Der Hexer empfing sie am Ende der Treppe und gab ihr die Hand. Jetzt würde er sie nie wieder loslassen.


Name: Schwarze Hexenmeisterin
Grundheld: Beschwörer / Hexenmeister
Skin-Merkmale: neue Stimme
Preis: 69 Gold